NRW und Axiom Space: Partnerschaft für die Raumfahrt
Nordrhein-Westfalen kooperiert mit dem privaten Raumfahrtunternehmen Axiom Space – ein Signal für den Wissenschaftsstandort.
Nordrhein-Westfalen geht eine Partnerschaft mit Axiom Space ein, einem der führenden privaten Raumfahrtunternehmen weltweit. Die Zusammenarbeit soll Forschung und Technologietransfer im Land stärken. Gleichzeitig trauert die Landesregierung um Bernhard Korte, einen der bedeutendsten Informatiker Deutschlands.
- NRW begründet offizielle Partnerschaft mit Axiom Space, einem privaten US-amerikanischen Raumfahrtunternehmen
- Ziel: Stärkung von Wissenschaft, Forschung und Technologietransfer in Nordrhein-Westfalen
- Axiom Space plant den Aufbau einer kommerziellen Raumstation als Nachfolge der ISS
- Ministerpräsident Hendrik Wüst würdigt den verstorbenen Informatiker und Staatspreisträger Bernhard Korte
Ein Griff nach den Sternen – NRW und die kommerzielle Raumfahrt
Nordrhein-Westfalen hat sich einen ungewöhnlichen Partner gesucht: Axiom Space, ein privates Raumfahrtunternehmen mit Sitz in Houston, Texas, das derzeit als einziges Unternehmen weltweit kommerzielle Astronautenmissionen zur Internationalen Raumstation ISS durchführt. Die Landesregierung gab die Partnerschaft Ende April bekannt. Was auf den ersten Blick nach Science-Fiction klingt, folgt einer nüchternen wirtschaftspolitischen Logik: Die Raumfahrtindustrie boomt, und NRW will ein Stück davon.
Was die Partnerschaft konkret bedeutet
Details zu den geplanten Projekten hält die Landesregierung bislang noch bedeckt. Klar ist: Es geht um Forschungskooperationen, Technologietransfer und die Ansiedlung oder Stärkung raumfahrtnaher Industrien im Land. Axiom Space wiederum baut derzeit an einem eigenen kommerziellen Raumfahrtmodul, das langfristig als Nachfolger der ISS fungieren soll. Für NRW könnte das bedeuten: Zugang zu Mikrogravitationsforschung, neuen Materialien und Technologien, die auch auf der Erde Anwendung finden.
Einordnung
NRW ist traditionell kein klassischer Raumfahrtstandort – das ist eher Bayern mit dem DLR in Oberpfaffenhofen oder Bremen mit Airbus Space. Doch das Land hat starke Hochschulen, eine dichte Forschungslandschaft und einen industriellen Mittelstand, der auf neue Technologiefelder angewiesen ist. Die Partnerschaft mit Axiom Space ist daher auch ein Bekenntnis zur Diversifizierung des Wirtschaftsstandorts nach dem Strukturwandel im Ruhrgebiet. Ob aus der Absichtserklärung tatsächlich substanzielle Projekte entstehen, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.
Trauer um Bernhard Korte – ein Pionier der Informatik
Überschattet wurde die Nachricht durch den Tod von Bernhard Korte, einem der renommiertesten Informatiker und Mathematiker Deutschlands. Ministerpräsident Hendrik Wüst würdigte ihn als herausragende Persönlichkeit, die das wissenschaftliche Profil des Landes über Jahrzehnte mitgeprägt hat. Korte, langjähriger Professor an der Universität Bonn und Gründer des dortigen Forschungsinstituts für Diskrete Mathematik, war Träger des Staatspreises des Landes Nordrhein-Westfalen – einer der höchsten Auszeichnungen, die das Land zu vergeben hat. Sein Lebenswerk umfasst grundlegende Beiträge zur kombinatorischen Optimierung, deren Anwendungen von der Chip-Entwicklung bis zur Logistikplanung reichen. Mit Korte verliert NRW einen Wissenschaftler, dessen Arbeit stiller, aber nachhaltiger wirkte als mancher Medienrummel vermuten lässt.