Landespolitik

AfD-Fraktion NRW: Positionen und Forderungen im Überblick

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Die AfD-Fraktion im Landtag NRW bezieht Stellung – ein Überblick über aktuelle Schwerpunkte

Die AfD-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag ist seit 2017 im Düsseldorfer Parlament vertreten und positioniert sich als parlamentarische Opposition zur schwarz-grünen Landesregierung. Ihre Schwerpunkte liegen nach eigenen Angaben in den Bereichen Innere Sicherheit, Migration und Energiepolitik. NRWiew gibt einen einordnenden Überblick.

  • Die AfD-Fraktion NRW ist seit der Landtagswahl 2017 im Düsseldorfer Landtag vertreten
  • Die Fraktion positioniert sich als einzige echte Oppositionskraft gegen die CDU-geführte Landesregierung
  • Inhaltliche Schwerpunkte laut Eigendarstellung: Migration, Innere Sicherheit, Energieversorgung
  • Die Fraktion betreibt eine eigene Webpräsenz unter afd-fraktion.nrw mit Pressemitteilungen und Anträgen

Eine Fraktion stellt sich vor – mit allen Vorbehalten

Wer die Website der AfD-Fraktion NRW besucht, begegnet dem gewohnten Bild einer modernen Fraktionspräsenz: Pressemitteilungen, Anträge, Porträts der Abgeordneten. Was dort steht, ist Eigendarstellung – und sollte als solche gelesen werden. NRWiew ordnet ein, was diese parlamentarische Gruppe im Düsseldorfer Landtag bedeutet und welche Rolle sie spielt.

Die AfD zog 2017 erstmals in den nordrhein-westfälischen Landtag ein und ist seither mit einer Fraktion vertreten. Bei der Landtagswahl 2022 erreichte die Partei rund 5,4 Prozent – ein Ergebnis, das sie knapp über die Fünf-Prozent-Hürde brachte, aber weit hinter den bundesweiten Umfragewerten zurückblieb. Im Landtag stellt sie damit eine vergleichsweise kleine Fraktion, die jedoch parlamentarische Minderheitsrechte nutzt: Anfragen, Anträge, Reden im Plenum.

Themen, die die Fraktion setzt – und solche, die sie meidet

Nach eigener Darstellung konzentriert sich die AfD-Fraktion NRW auf Themen wie Zuwanderungsbegrenzung, den Ausbau polizeilicher Befugnisse sowie die Ablehnung der Energiewende in ihrer bisherigen Form. Anträge zur Wiederinbetriebnahme von Kohlekraftwerken oder zur Verschärfung des Aufenthaltsrechts gehören zum Standardrepertoire. Diese Anträge finden im Landtag regelmäßig keine Mehrheit – alle anderen Fraktionen stimmen geschlossen dagegen, was die Fraktion selbst als Beleg für ein vermeintliches Kartell gegen sie wertet.

Einordnung

Der Verfassungsschutz NRW stuft die AfD als Beobachtungsobjekt ein. Der Landesverband gilt als gesichergt rechtsextremistisch – eine Einschätzung, die das Landesamt für Verfassungsschutz NRW teilt. Davon zu unterscheiden ist die parlamentarische Arbeit der Fraktion: Als gewählte Abgeordnete haben die AfD-Mitglieder alle Rechte und Pflichten, die das Grundgesetz und die Landesverfassung vorsehen. Parlament und Demokratie schützen auch jene, die demokratische Grundwerte in Frage stellen – das ist kein Widerspruch, sondern Prinzip.

Zwischen Parlamentsarbeit und öffentlicher Inszenierung

Ein erheblicher Teil der Aktivitäten der Fraktion dient der Außenkommunikation: Pressemitteilungen, Social-Media-Auftritte, kurze Videos aus dem Plenarsaal. Die parlamentarischen Anträge selbst haben in aller Regel keine Aussicht auf Erfolg – ihre eigentliche Funktion ist die öffentliche Positionierung. Das ist, wohlgemerkt, kein Alleinstellungsmerkmal der AfD: Auch andere Oppositionsfraktionen nutzen Anträge als politisches Signal. Bei der AfD jedoch ist das Verhältnis von Symbolpolitik zu echter Gestaltungsoption besonders ausgeprägt, da sie von keiner anderen Partei als Koalitionspartnerin in Betracht gezogen wird.

Für Bürgerinnen und Bürger, die sich über die Positionen der Fraktion informieren möchten, empfiehlt sich der direkte Blick in die Landtagsprotokolle – dort sind Reden und Abstimmungsverhalten unkommentiert dokumentiert. Die Eigenwebsite der Fraktion bietet demgegenüber eine kuratierte Perspektive, die entsprechend kritisch eingeordnet werden sollte.