Landespolitik

Pfarrer Franz Meurer erhält Mevlüde-Genç-Medaille des Landes NRW

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Ministerpräsident Wüst ehrt den Kölner Geistlichen für Jahrzehnte des Einsatzes für Benachteiligte und Dialog

Ministerpräsident Hendrik Wüst hat Pfarrer Franz Meurer mit der Mevlüde-Genç-Medaille des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Der katholische Geistliche engagiert sich seit Jahrzehnten für benachteiligte Menschen und den interkulturellen sowie interreligiösen Dialog. Die Auszeichnung gilt als eine der bedeutendsten Ehrungen des Landes im Bereich Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

  • Pfarrer Franz Meurer erhält die Mevlüde-Genç-Medaille des Landes Nordrhein-Westfalen
  • Ministerpräsident Hendrik Wüst überreicht die Auszeichnung persönlich
  • Meurer engagiert sich seit Jahrzehnten für Benachteiligte in Köln und darüber hinaus
  • Die Medaille würdigt herausragendes Engagement für Integration, interkulturellen und interreligiösen Dialog
  • Die Mevlüde-Genç-Medaille ist eine der höchsten Auszeichnungen NRWs für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Ein Leben im Dienst der Anderen

Es gibt Menschen, die reden über Nächstenliebe – und es gibt Menschen wie Franz Meurer, die sie täglich leben. Der katholische Pfarrer aus dem Kölner Stadtteil Höhenberg-Vingst hat nun die höchste Anerkennung erhalten, die das Land Nordrhein-Westfalen für herausragendes Integrationsengagement vergeben kann: die Mevlüde-Genç-Medaille. Ministerpräsident Hendrik Wüst überreichte die Auszeichnung persönlich – ein Zeichen dafür, welchen Stellenwert das Land diesem Engagement beimisst.

Meurer ist in der Kölner Sozialarbeit eine Legende. Seit Jahrzehnten wirkt er in einem der sozialen Brennpunkte der Domstadt, organisiert Hilfe für Arme und Ausgeschlossene, baut Brücken zwischen Religionen und Kulturen und tut dies mit einem Pragmatismus, der weit über fromme Worte hinausgeht. Wer ihn kennt, weiß: Meurer fragt nicht nach Pass oder Bekenntnis. Er fragt, was gebraucht wird.

Interkultureller Dialog als gelebter Alltag

Besonders bekannt ist Pfarrer Meurer für seine enge Zusammenarbeit mit muslimischen Gemeinden und Organisationen in Köln. In einem Stadtteil, in dem Menschen aus Dutzenden Ländern und mit den unterschiedlichsten religiösen Hintergründen zusammenleben, hat er eine Form des alltäglichen Miteinanders geprägt, die in Deutschland oft beschworen, aber selten so konsequent verwirklicht wird. Sein Pfarrzentrum ist längst mehr als eine kirchliche Einrichtung – es ist ein Ort der Begegnung für alle Bewohnerinnen und Bewohner der Nachbarschaft.

Dieses Engagement schlägt sich auch in konkreten Projekten nieder: Essensausgaben, Kleiderkammern, Beratungsangebote, Gemeinschaftsveranstaltungen – Meurer hat über die Jahrzehnte ein dichtes Netz sozialer Unterstützung geknüpft, das auf Vertrauen und persönlichen Beziehungen beruht. Geld war dabei oft knapp, Kreativität dafür umso mehr gefragt.

Einordnung

Die Mevlüde-Genç-Medaille des Landes Nordrhein-Westfalen wurde nach Mevlüde Genç benannt, die beim Brandanschlag in Solingen 1993 fünf Familienangehörige verlor und dennoch zur Versöhnung aufrief. Die Medaille wird an Personen verliehen, die sich in außerordentlicher Weise um den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Integration und das friedliche Miteinander der Kulturen verdient gemacht haben. Sie ist damit nicht nur eine Ehrung, sondern auch ein politisches Signal des Landes NRW: Wer Brücken baut, wird sichtbar gemacht.

Eine Auszeichnung mit Geschichte und Gewicht

Die Entscheidung, Pfarrer Meurer mit dieser Medaille zu würdigen, ist keine Überraschung – aber sie ist überfällig, wie viele in der Kölner Zivilgesellschaft sagen dürften. Meurer steht für eine Form des sozialen Christentums, die nicht auf Repräsentation, sondern auf Wirkung setzt. Er ist kein Geistlicher der großen Auftritte, sondern einer der kleinen, entscheidenden Schritte im Alltag benachteiligter Stadtteile.

Ministerpräsident Wüst betonte bei der Verleihung den Vorbildcharakter dieses Engagements für die gesamte Gesellschaft. Tatsächlich braucht NRW in Zeiten wachsender gesellschaftlicher Spaltungstendenzen genau solche Figuren: Menschen, die nicht auf staatliche Programme warten, sondern selbst handeln, die Gemeinschaft nicht verwalten, sondern gestalten.

Franz Meurer hat in Jahrzehnten bewiesen, dass Integration kein abstraktes politisches Ziel ist, sondern täglich neu erkämpfte Wirklichkeit – in einer Wohnung, an einem Esstisch, in einem Gespräch zwischen Menschen, die sich eigentlich fremd sein sollten und es nicht mehr sind. Dafür trägt er nun die Mevlüde-Genç-Medaille. Und Nordrhein-Westfalen kann sagen: Diese Auszeichnung sitzt an der richtigen Stelle.